August 1988

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September 1988



Andreasberger Schützenfestnachlese

Die St. Hubertus-Schützenbruderschaft in Andreasberg kann frohgemut auf ihr Schützenfest vom 13. - 15. August zurückblicken. Es gab viele Höhepunkte in dem diesjährigen fröhlichen Schützenfesttreiben. Für Stimmung sorgte, wie bereits seit über 20 Jahren, die Musikkapelle Erlinghausen. Beim Frühschoppen am Sonntag hätte ihr Eifer sogar geringer sein können, dann hätte man sich nicht so oft so laut unterhalten müssen.

Bereits am Samstag herrschte in der Halle eine Bombenstimmung. Der Samstag und der Sonntag sind die Tage der regierenden Majestäten: König Eberhard Dickmann mit Martina Föckeler als Regentin und Vizekönig Klaus Schönhütl mit Sabine Schulte als Mitregentin. Dazu kamen noch Kurt und Elisabeth Haas als Jubelkönigspaar. Nach dem großen Zapfenstreich am Samstag mit den Erlinghausern, dem Fanfarenzug Nuttlar und der Freiwilligen Feuerwehr Andreasberg klang der erste Tag mit Tanz aus.

Zum Frühschoppen am Sonntag in der gut gefüllten Schützenhalle konnte Ortsvorsteher Vinzenz Donner und die Herren des Vorstandes eine Schützenabordnung aus St. Andreasberg im Harz begrüßen, die mit etwa 25 Schützinnen und Schützen in Andreasberg mitfeiern wollten. Für unsere Verhältnisse ungewohnt waren die Damen aus dem Harz in ihren Schützenuniformen, dort sollen sie sogar ihre eigene Schützenkönigin ausschießen. Geführt wurde die Abordnung von Oberstadtdirektor Baumgardt - ein Beweis dafür, welchen Stellenwert man im Harz der Partnerschaft mit Andreasberg einräumt.

Vor dem Festzug, den die Gäste begeistert mitmachten, wurden sie von Gemeindedirektor Werner Vorderwülbecke und dem stellvertretenden Bürgermeister Hans-Georg Meyer begrüßt, man tauschte auch Geschenke aus. Im vergangenen Jahr waren die Andreasberger mit zwei Bussen in den Harz gefahren, um an der 500-Jahr-Feier des Harzstädtchens teilzunehmen. Ein Gegenbesuch im kommenden Jahr in St. Andreasberg ist schon fest eingeplant. Ebenso haben die St. Andreasberger den Besuch des Schützenfestes im kommenden Jahr fest in ihren Terminkalender geschrieben.

Der Festzug am Sonntag war natürlich bestimmt von der Farbenpracht des Hofstaates. Erfreulich am Zug war, daß sich sehr viele Schützenbrüder beteiligten. Mit Hochachtung wurde zur Kenntnis genommen, trotz der brütenden Hitze Pastor Holly mit seinen 76 Jahren den ganzen Festzug mitmachte. Ihm zur Seite schritt Pastor Herling, aber der ist wesentlich jünger. Bis in die späte Nacht wurde gefeiert und getanzt. Auch an diesem 2. Tag war wieder eine hervorragende Stimmung in der Halle.

Heiß ging es am Montag unter der Vogelstange zu. Erst mit dem 194. Schuss konnte sich Hans-Georg Thiele aus Wasserfall gegen seinen hartnäckigsten Mitbewerber Helmut Behrens durchsetzen und erstmals nach 32 Jahren - damals amtierte Josef Metten - die Königswürde in den kleinen Ort holen. Mit ihm regiert als Königin Angelika Theune. Vize wurde Sigurd Seifert, der seine Frau Heike zur Mitregentin nahm.

Um 18.00 Uhr wurden die Majestäten mit dem Bus von Wasserfall abgeholt. Abends war noch einmal eine Bombenstimmung, wozu nicht zuletzt eine große Polonaise beitrug. Stolz wurde uns berichtet, daß es ein harmonisches und friedliches Fest war. Brudermeister Erhard Faber zeigte sich mehr als zufrieden über den gesamten Festverlauf!

Vergessen wollen wir aber auch nicht die Schützenbrüder die für ihre langjährige Mitgliedschaft in der St. Hubertus-Schützenbruderschaft Andreasberg geehrt wurden: Alfons Metten und Manfred Diehl gehören 25 Jahre der Bruderschaft an, während Rudolf Bonacker, Richard Dickmann, Ewald Schulte und Bruno Marks bereits 40 Jahre Schützenbrüder sind. Ihnen wurden vom Vorstand der Bruderschaft - Erhard Faber als Brudermeister und Paul Wegener als Hauptmann - Ehrenadeln verliehen.

Josef Stremmer wird 75 Jahre alt

Am 14. September wird Josef Stremmer aus Ramsbeck 75 Jahre alt. Er hat sich lange Jahre in den Dienst der Öffentlichkeit gestellt. Zehn Jahre lang war er Standesbeamter in Ramsbeck. Seine große Liebe war stets die Freiwillige Feuerwehr in Ramsbeck, der er seit 55 Jahren angehört. 1954 wurde er Brandmeister, 1966 Oberbrandmeister. 1974 wurde ihm in Anbetracht seiner Verdienste um die Ramsbecker Feuerwehr der Titel Ehren-Oberbrandmeister verliehen.

Im TV Ramsbeck war er als aktiver Turner Männer- und Jugendturnwart. Obwohl er heute gesundheitliche Probleme hat, kann man ihn täglich beim Spaziergang beobachten, mit eisernem Willen, freundlich und humorvoll. Wir sagen dem sympathischen Josef einen herzlichen Glückwunsch und wünschen ihm viel Glück für die Zukunft.

Schmitts Maria wird 80 Jahre alt

Am 6. 9.1988 vollendet Frau Maria Schmitt, Ramsbeck, Valmestraße ihr 80. Lebensjahr. Trotz ihres gesegneten Alters steht sie noch täglich in ihrem kleinen Laden auf dem Werdern, den man getrost als den letzten „Tante-Emma-Laden” in Ramsbeck bezeichnen darf. Die Werderschen sagen, wenn es etwas zu besorgen gilt: „Lauf mal eben zu Maria”! Fast zu jeder Zeit konnte und kann man dort von der freundlichen Geschäftsfrau alles bekommen, was man so braucht: Vom Babyschnuller bis Anstreicherpinsel, Mausefallen und Gewürze - Immer war „Maria” voll sortimentiert. Heute geht es zwar etwas gemächlicher zu, aber Stammkunden sind ihr immer noch in Zuneigung verbunden. Wir schließen uns herzlich den Glückwünschen ihrer zahlreichen Kunden an.

Silbernes Ordensjubiläum

Am 9. September 1988 kann Schwester Josefa, geb. Christel Tillmann vom Dörnberg, die am 23. Juni 50 Jahre alt wurde, ihr 25jähriges Ordensjubiläum feiern. Schwester Josefa gehört dem Orden der Borromäerinnen mit dem Mutterhaus in Trier an, der sich der Armen- und Krankenpflege widmet. Seit vielen Jahren wirkt sie segensreich in Krefeld in einem Hause, in dem elterlose Kinde und Kinder aus gestörten Familienverhältnissen aufgenommen werden. Wir gratulieren Schwester Josefa sehr herzlich und wünschen ihr noch viel Freude und Kraft für die verantwortungsvolle und selbstlose Lebensaufgabe.

Erfolgreicher junger Mann

An der Universität Würzburg promovierte Andreas Holzhöfer aus Andreasberg zum Dr. rer. nat. mit der Note „Summa cum Laude”, was der Note „sehr gut” entspricht. Doktorvater war Professor Helmreich, das Thema seiner Doktorarbeit im Fachbereich physiologische Chemie: „Untersuchungen zur Regulation der Adenylatzyklase”, ein Bereich der Hormonforschung.

Dr. Andreas Holzhöfer wird nun für zwei Jahre nach Japan gehen, ein Jahr dient dem Erlernen der japanischen Sprache, im folgenden Jahr wird er dort in der pharmazeutischen Industrie arbeiten. Herzlichen Glückwunsch und viel Erfolg auf dem künftigen Lebensweg!

Sänger auf großer Fahrt

Vom 18. - 21. August machten Heringhausens Sänger mit dem Bus von Kenters Hermann Josef, beladen mit ausreichend Biervorrat, ihren diesjährigen Ausflug nach Seefeld. Nach längerer Mittagspause in Garmisch, wo einige Sangesbrüder per Kutsche die Partnachklamm erkundeten, erreichte man bei strahlendem Wetter den Zielort in Tirol. Beim Ortsbummel waren alle von Seefeld mit seiner gepflegten Fußgängerzone und seinen prächtigen Hotels begeistert. Die Nachtschwärmer fanden zahlreiche Möglichkeiten, um den Durst in den Stimmungslokalen oder Bars zu stillen. Wer allerdings Schwierigkeiten mit seinem Orientierungssinn hat, darf sich nicht wundern, wenn er trotz intensiver Suche sein Hotel nicht wiederfindet.

Am zweiten Tag ging es dann über die Brennerautobahn und den Jaufenpaß nach Meran. Es war schon beeindruckend, wie die enge Straße mit vielen Kehren den 2.000 m hohen Paß überwindet. Manchmal paßte nur eine Handbreit zwischen den Bus und bergauf fahrende Fahrzeuge. Nach dem Stadtbummel in Meran ging die Fahrt durch das herrliche Etschtal und über Bozen zurück nach Seefeld.

Der letzte Tag brachte dann die große Enttäuschung. Ausgerechnet als die Zahnradbahn die Sänger zur Roßkopfhütte gebracht hatte, verhinderte Nebel und Regen jede Aussicht und die geplante Wanderung. Aber die gute Laune ließ nicht nach: Seefeld hat ja auch bei schlechtem Wetter noch andere Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Während die meisten Teilnehmer ihre letzten Schillinge ausgaben, konnten drei Glückspilze ihr Konto im Spielcasino wieder auffüllen.

Erschöpft und müde erreichten die Sangesbrüder aus Heringhausen am Ende des vierten Tages wieder die Heimat. Doch die gemeinsam verlebten frohen Stunden werden noch oft Anlaß zum Erzählen und Lachen bieten. Schade, daß einige Sänger die Fahrt nicht mitmachen konnten!

Sieh

Ramsbecks Grundschule in Zahlen

Die Wilhelmine-Lübke-Grundschule startet mit zurückgehenden Schülerzahlen in das Schuljahr 1988/89. Statt 180 Kindern im Vorjahr werden nur noch 171 Kinder die Schulbank drücken, davon 41 türkische Kinder. Sie werden in acht Klassen unterrichtet, die Grundschule ist also zweizügig. Eingeschult werden 36 Kinder, davon 13 kleine Türken. 99 Kinder kommen aus Ramsbeck, 32 aus Heringhausen, 18 aus Andreasberg, 12 aus Berlar, 6 aus Valme, 3 aus Wasserfall und 1 Kind wohnt auf der Haardt, die zur Stadt Olsberg gehört. 114 Kinder sind katholisch, 16 evangelisch und 41 islamisch.

Nachdem Frau Holzhöfer in den verdienten Ruhestand getreten ist, stehen Rektor Günther Scheller folgende Lehrerinnen und Lehrer zur Seite: Frau Neitzel, Frau Wächter, Frau Schäfer, Frau Lochthove und die Herren Haas, Bültmann, Borys und Knipschild. Herr Inoglu erteilt Unterricht in türkischer Muttersprache, während Frau Lagemann den evangelischen Religionsunterricht erteilt.

Blutspendetermin

Zum Blutspendetermin am 11. August kamen diesmal „nur” 113 Spenderinnen und Spender in die Ramsbecker Grundschule. Vielleicht waren viele noch im Urlaub, so daß das Normalergebnis von rd. 130 Blutentnahmen diesmal nicht erreicht wurde.

Wieder konnten vom Deutschen Roten Kreuz zahlreiche Mehrfachspender mit Ehrenurkunden, Ehrennadeln und kleinen Geschenken geehrt werden. Die Bronzenadel für drei Spenden erhielten Werner Kenter, Anja Schulte und Olaf Kraft. Die Silbernadel für 6 Spenden gab es für Dorothea Hanses, Hannelore Knippschild und Gerhard Stenzel. Zehnergold bekamen Heinrich Butz, Meinolf Ittermann, Heinz-Otto Dicke und Konrad Bathen. 15 Spenden gaben bisher Siegfried Becker, Luzia Moorfeld und Günther Schulte. 25 mal waren H.-J. Vollmer und Willi Gieselmann dabei, während Klaus Stremmer und Hans-Ulrich Sonntag bereits 40 mal Blut ließen für den guten Zweck.

Beim nächsten Blutspendetermin 1988 werden einige Spender auf 50 Spenden kommen. Intern artet das zu einem kleinen Wettkampf. Wenn alle „Wettkämpfe” zwar so blutig aber auch so friedlich verliefen, gäbe es viel Elend auf dieser Welt weniger. Denken sie also beim nächsten Termin daran: Blutspenden hilft Menschenleben retten! Auch Ihr Blut ist gefragt!

Baumaßnahmen

In den Sommerferien wurden in der Ramsbecker Grundschule Feuchtigkeitsschäden beseitigt. Dabei mußte der ausgeblühte Putz zuerst entfernt werden. Anschließend wurde ein lsolierputz aufgetragen. Darauf wird ein Silikatanstrich angebracht, der die Abgabe der Feuchtigkeit an die Luft ermöglichen soll. In zwei Klassen wurde außerdem der Fußboden mit neuen PVC Platten belegt.

Zu einem Schmuckstück umgewandelt wird zur Zeit Gockeln Haus. Allein für 35.000,- DM werden neue Kunststoff-Fenster mit innenliegenden Sprossen eingesetzt, auch der von der Feuerwehr genutzte Teil des Hauses, das sicherlich zu den ältesten Ramsbecks zählt, ist davon betroffen. Es folgt noch ein neuer Außenanstrich und die Sanierung des Daches. Für die Renovierungsarbeiten wendet die Gemeinde Bestwig als Besitzerin des Hauses über 70.000,- DM auf.

Warum allerdings bei der Auftragsvergabe nicht die im Gemeindegebiet ansässigen Handwerkerbetriebe berücksichtigt werden, können wahrscheinlich nur die Herren des Gemeinderates und der Verwaltung erklären. In anderen Städten und Gemeinden ist es durchaus üblich, daß bei der Vergabe solcher Aufträge in erster Linie die Firmen berücksichtigt werden, die auch die Gewerbesteuer am Ort bezahlen!

Verruchtes im Sauerland

Ob er mit James Bond verwandt ist, wissen wir nicht, aber er ist ein waschechter Engländer mit Namen Bond, der in Fort Fun schafft. Swampy, wie er gerufen wird, schaffte sich auch einen Benz an, der aber schon einige Jahre auf dem Buckel hat. Freizeitpark-Chef Reinhold Bültmann staunte dieser Tage nicht schlecht, als zwei Herren durch Vorzeigen der Erkennungsmarke sich als Beamte des Landes-Kriminalamtes Wiesbaden auswiesen und diesen Engländer zu sehen wünschten. Dabei ließen sie erkennen, daß sie noch mehr an dem Vorbesitzer des alten Benz interessiert wären, denn das sei ein „Schwerverbrecher”.

„Den haben wir auch hier”, entgegnete Reinhold Bültmann und prässentierte ihnen Klaus Lauhoff aus Andreasberg. Dieser „Schwerverbrecher” hatte besagten Benz vor zwei Jahren in Brilon für gute 3.000 DM erworben und ihn nun seinem Arbeitskollegen für 1.700 DM veräußert. Was beide nicht wußten, was den Kriminalern aber bekannt sein mußte, war gut ein Pfund Haschisch, das die Beamten aus dem beschlagnahmten Fahrzeug beförderten. Mit dem Auto waren sie anscheinend nicht zimperlich verfahren, denn unserem guten Mann von den britischen Inseln wurde telefonisch mitgeteilt, daß der Wagen zu Schrott untersucht worden sei.. 400 DM Schrottwert bot man ihm immerhin noch an.

Das verdroß aber den nur kurze Zeit glücklichen Besitzer des Benz; er läßt nun von ein Rechtsbeistand prüfen, wie er zu seinem restlichen Geld kommen kann. Nichts konnten wir allerdings darüber erfahren, wie der Stoff, aus dem gefährliche Träume werden können, das zweijährige Spazierenfahren überstanden hat.

Hoher Besuch angesagt

Im September findet in Bochum ein Kongreß des Europarates statt, der unter dem Thema steht „Technische Denkmäler des Bergbaus als kulturelles Erbe”. Im Rahmen dieses Kongresses werden die über 100 teilnehmenden Wissenschaftler und Politiker am 9. September das Ramsbecker Bergbaumuseum und das Besucherbergwerk aufsuchen.Hier soll ein Beispiel für eine touristische Nachnutzung eines ehemaligen Bergwerks besichtigt werden. Begrüßt werden die Gäste von Landrat Rolf Füllgräbe. Im Anschluß daran werden die Gäste auf der Freizeitanlage in Andreasberg zu Mittag essen. Dem Vernehmen nach gibt es Spießbraten.

Josseff und day Schakko

Josseff stonk mit diäme Piärrewagen amme Kalkoawen un woll Holt foiern. Do kam ne Polizisten un sagget, ey könn do nit hallen, diätt wörte geföhrlik un ey möchte do deänne.

Do moinere Josseff: „Un wann day Schnauz van Bonn selbes kümmet, hay wiärt Holt oplatt!”

Reisch

Schützenfest in Wasserfall

Am23.und 24.Juli 1988warinWasserfall „der Bär” los. Erstmals feierten die 54 Stammeinwohner ein Schützenfest, und mit ihnen feierten an beiden Tagen über 1.000 Besucher und Gäste. Ehemalige Bewohner und Stammgäste der Campingplätze waren eigens eingeladen worden. Sie kamen sogar aus Holland, um mitfeiern zu können.

Natürlich kamen sie nicht mit leeren Händen. Einer stiftete ein Faß Bier, der andere ließ einen „Hunny” springen (100 DM), ein Fischhändler aus Holland stiftete 500 Matjesheringe. Die Dorfbewohner spendeten Kaffee und Kuchen, dazu noch Preise für eine große Tombola. Herr Mönig von Fort Fun gab einen riesigen Alf, der bei einer amerikanischen Versteigerung allein 250 DM erbrachte.

Weiter konnte man an einer Nagelbude, am Schießstand oder an der Wurfbude sein Glück versuchen. All dieses diente einem guten Zweck: Der Reinerlös in Höhe von 4.027,33 DM wurde der Aktion Sorgenkind überwiesen.

Initiator dieses Riesenspektakels in Wasserfall war Dorfwirt Hans Thiele. Er wußte die Dorfjugend von Wasserfall so zu begeistern, dass sie Wochen vorher harte Vorbereitungsarbeiten leisteten, sogar dafür z. T. Urlaub nahmen. Es wurde ein großes Festzelt aufgeschlagen, das sich bei der KJG Velmede ausgeliehen hatte. Gleich zwei Musikkapellen gaben gratis Proben ihres Könnens: die Dirthy-Fingers aus Gladbeck und der Fanfarenzug Nuttlar unter der Leitung von Martin Püttmann. Diente der Samstag nur dem Tanz und der Geselligkeit, so ging es am Sonntag um 10 Uhr zur Sache, der 1. Schützenkönig war zu ermitteln.

Viele Bewerber, selbst aus Holland, Dänemark und Belgien, stritten darum, wer den von Andreas Senger gebauten Vogel abschießen würde. Die Würde blieb in Wasserfall, denn Werner Becker-Klogges, 17 Jahre, wurde 1. Schützenkönig von Wasserfall. Zusammen mit seiner Königin Petra Senger wurde er im Festzug durchs Dorf geleitet. Allein das Spenden eines Fasses Bier belastete seine sicher noch nicht allzu dicke Brieftasche. Insgesamt flossen 11,5 hl Bier für den guten Zweck in durstige Kehlen. Der große Erfolg ermuntert die Wasserfäller, im kommenden Jahr wieder ein Schützenfest zu planen.

TuS Valmetal verjüngt Mannschaft

Nach dem unglücklichen Abstieg aus der Bezirksliga steht der TuSValmetal mit einer jungen Mannschaft vor dem Start in eine neue erfolgreiche Zukunft. Roland Graff, der jetzt das Trainerzepter schwingt, setzt auf Nachwuchs.

Fußballobmann Paul Hermes würde sicher eine baldige Rückkehr in Bezirksliga wünschen, aber die Mannschaft wird keineswegs unter Druck gesetzt. Der Trainer wird versuchen, die Möglichkeiten, die in jungen Spielern stecken, optimal auszuschöpfen. Die Vorbereitungen auf die Kreisligasaison begannen daher schon sehr früh und intensiv. Das 2:2 im Auftaktspiel beim VfL Fleckenberg ist zweifellos als Erfolg zu werten. Der Gegner gehört zu den Favoriten in der Meisterschaft. Dickfelder und Graff brachten den TuS zweimal in Front, Fleckenberg konnte jeweils ausgleichen.

Im 1. Heimspiel folgte auch gleich der 1. Sieg. Gegen SV Henne-Rartal gewann der TuS deutlich 4:0 und konnte zeitweise überzeugen. Allerdings war vor allem in der Schlußphase der Faden gerissen, so daß der Gegner besser ins Spiel kam. Doch das Ergebnis hatte Bestand. Torschützen waren: Wachsmann, Meyer, Graff und Dickfelder. Am kommenden Sonntag muß der TuS beim Spitzenreiter Holthausen antreten. Sicher eine schwere Aufgabe, die aber durchaus zu bewältigen ist.

Die zweite Mannschaft verpaßte dagegen den Start in die neue Meisterschaftsrunde. In Gevelinghausen verlor die Mannschaft 3:4. Schon im ersten Spiel der erste Rückschlag.

Beim Spiel gegen die eigene 3. Mannschaft (2:3) trauten die Zuschauer ihren Augen nicht. Die 3. Mannschaft, gespickt mit mehreren Spielern der Bezirksligamannschaft, war der 2. in allen Belangen überlegen, nur dem ausgezeichneten Torwart Föckeler war es zu verdanken, daß die Niederlage nicht noch höher ausfiel. Normalerweise sollte man das Ergebnis als Überraschung bezeichnen, doch hier hat eindeutig die bessere (und besser besetzte) Mannschaft gewonnen.

50jährige Kommunionkinder trafen sich

Die „Kinder”, welche 1938 in der St. Nikolauskirche in Heringhausen die 1. hl. Kommunion empfangen hatten, trafen sich nach 50 Jahren wieder.

Nach einer Hl. Messe, in der Pastor Schippers die ehemaligen Kommunionkinder besonders begrüßte, kamen diese zu einem Frühschoppengespräch im Gasthof Nieder-Mühls zusammen. Es gab unheimlich viel zu erzählen aus den letzten 50 Jahren. Die Lehrpersonen aus früheren Jahren, wie Linke, Schlüter und Rotbrust, wurden in Erinnerung gerufen. Auch von den Geistlichen, die in Heringhausen ihren Dienst getan haben, war die Rede. Vikar Johann Risse hatte seinerzeit den Kommunionunterricht gehalten, danach waren Müller I und Müller II in Heringhausen tätig und für den Religionsunterricht an der Volksschule zuständig.

Hier die Namen der Anwesenden, in () die Geburtsnamen der Frauen: Martha Butz (Rüthing), Hilde Koch (Bültmann), Josef Hücker, Karl Dicke, Fritz Dicke, Josef Nieder, Pastor Heinz Schippers, Gerhard Bohnenkämper, Reinhard Becker, Maria Kalenski (Becker), Anton Kalenski.

Reisch

Fahnenschmuck am Dorfplatz

Der Fahnenschmuck am Ramsbecker Dorfplatz ist nun komplett. Jüngst kam eine Fahne des Hochsauerlandkreises hinzu, deren Beschaffung etwas schwierig war Es gab zwar Fahnen des HSK mit dem großen Adler, aber diese waren zu groß für den Fahnenständer. Deshalb wurde eigens eine Fahne angefertigt, die in der Größe den anderen entspricht. Nun wehen unten vereint die Fahne der Gemeinde Bestwig mit dem Andreaskreuz, die Kreisfahne mit dem Adler, die Landesfahne von NRW in Farben grün - weiß - rot und die schwarz - rot - goldene Bundesfahne im Wind. Über diesen Fahnen erhebt sich die Dorffahne von Ramsbeck mit der Aufschrift Bergfreiheit Ramsbeck, die sich auch in der Größe deutlich von den anderen Fahnen abhebt. Schön bunt sieht es aus.

Sänger auf Schusters Rappen

Es ist bereits eine feste Einrichtung geworden, dass Ramsbecks Chorgemeinschaft die Arbeit nach der Sommerpause mir einer Abendwanderung beginnt. In diesem Jahr war der Landgasthof Rüppel das Wanderziel. Über den Scheidt ging es zunächst bis zur Reitmecke, wo der Vorsitzende der Chorgemeinschaft Alfons Schneider eine kleine flüssige Zwischenmahlzeit kalt gestellt hatte.

Gestärkt konnte dann der Rest bis zum Wanderziel bewältigt werden. Nach einigen Stunden, in der man sich mit Speis und Trank kräftig erholte, ging es zu Fuß wieder nach Ramsbeck zurück. Diese Wanderung möchte niemand missen, denn sie bietet Zeit für Gespräche und Begegnungen in entspannter Atmosphäre