Januar 98

Dez97

1998

Feb98


Weihnachtsbäume und Heringhausen

In den 30er und 40er Jahren zog der Landwirt Nieder-Eickhöfer aus Heringhausen mit seiner Schafherde bis zu den Ballungsräumen im Rhein-Main-Gebiet. Nebenher schlug der Ökonom im ganz kleinen privaten Stil für seine Heringhauser Nachbarn im Dezember einige Weihnachtsbäume aus seinem Waldbestand heraus. Die Erkenntnis, daß es offensichtlich einen Bedarf an Weihnachtsbäumen gibt, und die vielen Menschen des Ballungszentrum vor Augen, führten zu der Idee, doch auch diesen Stadtmenschen Weihnachtsbäume verkaufen zu können.

So begann der Bauer Nieder-Eickhöfer in den 50er Jahren damit, gezielt für den Verkauf zur Weihnachtszeit Nadelbäume anzupflanzen. Natürlich wurde der Landwirt anfangs belächelt. Jahrelang war er der einzige Waldbauer, der in Sachen Weihnachtsbäume aktiv war, aber allmählich zeichneten sich Erfolge ab und die blieben auch anderen Heringhauser Grundbesitzern nicht verborgen. Diese fingen ebenfalls an, ihre landwirtschaftlichen Nutzflächen mit Nadelbaumkulturen zu bepflanzen.

In den 70er Jahren entwickelte sich Heringhausen zum „ Tannendorf. In etwa 95 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche diente nun dem Anbau von Weihnachtsbäumen. Ca. 10 bis 15 kleine und große Anbieter konkurrieren seither allein in Heringhausen um den weihnachtlich gestimmten Käufer.

Bis in jeden kleinen Vorgarten zogen sich die Weihnachtsbäume, aber allmählich wird diese übertriebene Situation wieder zurückgenommen, denn die ganz große Euphorie, von der Heringhausen erfaßt war, ist nüchterner Betriebsamkeit gewichen und das harte Geschäft mit dem Weihnachtsbaum wird nunmehr vor allem von drei bis vier großen Unternehmen sehr professionell betrieben. Von regelrechten Verladerampen werden die LKW zu jeder Tages- und Nachtzeit (unter Flutlicht) und bei Wind und Wetter beladen und bringen die Bäume zu vielen tausend Stück ab November in alle Welt.

Die zunehmende Mechanisierung in der „Produktion” hat übrigens dafür gesorgt, daß sich das Verhältnis von Weihnachtsbäumen mit Ballen und geschlagenen Bäumen umgekehrt hat. Waren es vor Jahren noch etwa zwei Drittel Bäume mit Ballen und ein Drittel geschlagene, so werden heute die geschlagenen Bäume zu zwei Dritteln verkauft. Schließlich kann das Schlagen der Bäume maschinell erfolgen, während die Ballenware nach wie vor nur durch Handarbeit gegraben wird; außerdem wird dabei viel Mutterboden abgetragen. Und das kann sicherlich nicht beliebig fortgeführt werden.

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Der Weihnachtsbaum

Ein festlich beleuchteter Weihnachtsbaum ist in unserer Zeit für fast jede Familie selbstverständlich. Das Angebot reicht von Blaufichten bis hin zu den wertvolleren Nordmann- und Nobilis-Tannen. Da besonders rund um Ramsbeck und Heringhausern alljährlich Hunderttausende von Weihnachtsbäumen heranwachsen, kann man sogar nach Belieben den gewünschten Baum direkt vor der Haustür aussuchen und erwerben.

Noch vor 150 Jahren war der Weihnachtsbaum in unserer Heimat so gut wie unbekannt. Bis 1800 gab es im Sauerland nur Laubwald, der zum größten Teil aus Buchen, Eichen und Birken bestand. Unter hessischer Verwaltung wurden zu Beginn des vorigen Jahrhunderts planmäßig Fichten als Nutzholz gepflanzt. Doch bevor die arme Landbevölkerung eine Fichte als Wihnachtsbaum schmücken konnte, vergingen noch einige Jahrzehnte. Vermutlich wurde zunächst an zentraler Stelle des Dorfes ein Lichterbaum zu Weihnachten aufgestellt. Wilhelm Kathol aus Berlar (geb. 1854) erzählt in seinen Kindheitserinnerungen („Bassmes Hof”) von diesem Brauch:

„Im tiefen Schnee macht der Lehrer mit uns einen Spaziergang in den Wald. Ein schöner, hoher Tannenbaum wird von dort mitgebracht und mitten auf dem Spielplatz der Schule aufgestellt. Es ist der Christbaum für das ganze Dorf, einen anderen kannte man zu dieser Zeit in Berlar noch nicht. Alle Kinder bringen was mit zum Schmücken des Baumes, hauptsächlich Äpfel, Birnen und Haselnüsse. Was noch fehlt, Kerzen und andere Schmucksachen, besorgt der Lehrer. Am Weihnachtsabend ist der Schulhof gefüllt. Viele Eltern tragen ihre Kleinsten auf dem Arme mit. Der Baum erstrahlt im Lichterglanz. Fröhlich erklingen die Weihnachtslieder, vom Lehrer mit der Geige begleitet...Zum Schluß verteilt der Lehrer, unterstützt von einigen älteren Schülern, die Weihnachtsgaben...”

Während des Krieges 1870/71 ließ der preußische König in den Unterständen und Lazaretten der Soldaten einen Weihnachtsbaum aufstellen. Wahrscheinlich berichtete der eine oder andere Soldat nach seiner glücklichen Heimkehr von diesem Erlebnis, so daß sich dieser Brauch auch allmählich in unserer Heimat verbreitete. Lange Zeit galt aber der Christbaum als Luxusgegenstand, den sich viele Familien wegen zahlreicher Kinder und beengten Wohnverhältnissen gar nicht leisten konnten. Besonders für die Kinder war es unerklärlich, warum „das Christkind”, an das sie doch so fest glaubten, nur anderen einen Weihnachtsbaum und Geschenke brachte.

Am 12. Dezember 1893 werden in der Mescheder Zeitung erstmalig „100 Christbäume im Ganzen” per Anzeige angeboten. Eine zwei Meter hohe Fichte oder Tanne kostete damals 4,50 Mark. Kurz nach 1900 werden bereits größere Posten Weihnachtsbäume aus dem Sauerland per Waggon nach Dorsten, Düsseldorf und Oberhausen geliefert. Das Weihnachtsbaumgeschäft begann zu florieren! Doch Weihnachtsbaumkulturen im heutigen Sinne gab es noch nicht; die Bäume wurden einzeln bei Durchforstungen geschlagen. Schon damals war für die sauerländischen Bauern mit Waldbesitz die Zeit des Einschlages hektischer als die sommerliche Ernte.

Bereits vor dem Ersten Weltkrieg gehörte der Weihnachtsbaum endgültig zum Weihnachtsfest. Gewöhnlich stand er mitten im Zimmer, damit die Kinder bei der Bescherung um ihn herum tanzen konnten. Im vorigen Jahrhundert hatte der Weihnachtsbaum meist die Funktion, kleine Geschenke, Gebäck und Spielsachen zu tragen und zu beleuchten. Erst nach und nach wurde er zum Schmuck- und Ziergegenstand. Es war der Stolz eines jeden Familienoberhauptes, einen makellosen Baum zu beschaffen und herzurichten. Hatte man keine gekauften Kerzenhalter, wurden die Kerzen auf die Zweige geklebt oder mit Stecknadeln kunstvoll befestigt. Der Baum wurde mit bunten Kugeln, Zuckerzeug, Spekulatien, Lametta, Engelhaar, sogar Glastieren geschmückt. Solche überladenen Weihnachtsbäume waren nach der Jahrhundertwende große Mode.

Seit den 20er Jahren änderte sich der Christbaumschmuck. Beliebt waren nun weiße Kerzen, verspiegelte, silberne Kugeln und Lametta. Das galt als vornehm bis lange nach dem Zweiten Weltkrieg. Vielleicht ist dieser Baumschmuck bei einigen Älteren noch immer eine beliebte Erinnerung an diese Zeit. Heute hat jeder die Qual der Wahl, „seinen” Weihnachtsbaum nach den vielfältigen Angeboten an Kerzen, Kugeln oder sonstigen modernen Dekorationen zu schmücken. Aber eines gilt nach wie vor für jeden Weihnachtsbaum: Er sollte nur ein symbolhafter Ziergegenstand sein und den Weg zur Krippe zeigen!

Sieh

Blutspender im November

Am 27. 11. 1997 hatte das DRK in Ramsbeck wieder zum Blutspenden gerufen. Mit125 Spendern, davon 11 Erstspendern, war das Ergebnis nach 151 Spendern beim letzten Termin eher bescheiden. Wieder konnten einige Mehrfachspender mit Ehrennadeln und Urkunden geehrt werden:

Cornelia Kampmann, Harald Bathen, Michaela Lang und Dirk Schirrey bekamen die Goldnadel für 10 Spenden, Dietmar Giebel erhielt Gold für 25 Spenden. Rekordhalter des Tages war Ferdinand Schmidt, der eigens in Meschede für 60 Spenden ausgezeichnet wird.

Das DRK bedankt sich sehr herzlich bei allen Spendern.

Erze aus Ramsbecker Gruben

Als ein sehr fachkundiger Kenner der Mineralien aus der Ramsbecker Grube erwies sich am 28. 11. 1997 in Heinrichsdorf Lothar Schwarz, ehemaliger Ingenieur beim Kreisstraßenbauamt in Meschede Leider waren nur wenige Interessierte zu diesem sachkundigen Dia-Vortrag im Gasthof Ehls erschienen, der durch die Vermittlung von Ex-MdB Bernhard Balkenohl zustande kam: vielleicht war der Termin vielen nicht bekannt.

Zunächst vertrat Lothar Schwarz die Meinung, daß in späterer Zeit aus Rohstoffmangel die Ausbeutung der Erzlagerstätten im Bereich Ramsbecks wieder aufgenommen werden würde. Auch zum Venetianerstollen, den er durch Begehung kennt, hat er sich eine eigene Meinung gebildet. Er meinte, daß er erst um 1100 n. Chr. entstanden sei, weil früher zum Schlagen eines 140 m langen Ganges aus hartem Gestein die Werkzeuge gefehlt hätten. Erst die Eisenzeit hätte solche Arbeiten ermöglicht, die mit Hirschhorn - wie es Professor Quiering glaubt - nicht realistisch durchgeführt werden konnten.

Dann ging es in den wunderbaren Bereich der Mineralien. Mit der Kamera hatte Schwarz wunderbare Steine aufgenommen. Die ganze Vielfalt aus Stollen im Alexander- und Bastenbergbereich erglänzte vor den Augen des fachkundigen Publikums: etwa 20 Calcitformen, sulfide (schwefelhaltige) Mineralien, Zinkblenden (etwa die Honig- und Rubinblende), Bleiglanz in vielen Ausbildungsformen, Kupferkies, der seit dem 19. Jahrhundert in unbedeutenden Mengen abgebaut wurde, Steine aus dem Silberbereich. Dazu kamen die Sekundärbildungen, die sich erst in abgeräumten Abbauten und auf Halden bildeten. Lothar Schwarz wußte alle Mineralien mit ihren oft exotischen Namen zu benennen, die den Laien nur staunen ließen. Das fachkundige Publikum spendete dem guten Vortrag den verdienten Beifall. Vielleicht würde diese Dia-Schau Ramsbecker Mineralien auch in Ramsbeck viele Freunde von Mineralien begeistern. Man sollte Herrn Schwarz einmal ansprechen - es lohnt sich.

Walter Miederer wird 75 Jahre alt

Wer Walter Miederer noch zweimal in der Woche aktiv auf dem Tennisplatz spielen sieht, wird nicht glauben, daß er bereits 75 Jahre seines Lebens am 7. Januar 1998 hinter sich hat. Bei guter Gesundheit kann er auf ein erfülltes Leben zurückblicken: Geboren in Nürnberg kam er nach Studienjahren an der TH München und der Bergakademie Clausthal Zellerfeld bereits 1951 als Grubensteiger zur Ramsbecker Grube. Es folgten leitende Tätigkeiten in verschiedenen Gruben, darunter in der Türkei und in Spanien, bis er 1969 mit der Leitung der Ramsbecker Grube als Bergwerksdirektor betraut wurde.

In seine Zeit fiel auch die Schließung der Grube im Jahre 1974. Sein Verdienst in dieser Zeit war, daß nach der Schließung der Grube großzügige Sozialpläne das Los der Bergleute linderten und Arbeitslosigkeit verhindert wurde. In den folgenden Jahren leitete er dieSachtlebentochter „Fels- und Stollenbau”.

Ein bleibendes Denkmal hat er sich wohl mit dem Ramsbecker Bergbaumuseum mit Besucherbergwerk gesetzt, das mit seiner maßgeblichen Hilfe eingerichtet und und heute aus dem heimischen Freizeitangebot nicht mehr wegzudenken ist. Es ist einer der Bausteine, die mithalfen, aus Ramsbeck einen schmucken Ort zu machen.

Neben seinem beruflich erfolgreichen Leben spielte und spielt der Sport eine wesentliche Rolle. Aktiv widmet er sich heute noch dem Segel-, Tennis- und Skisport. Dazu war er als „Tintensportler” in verschiedenen Ehrenämtern tätig. Nach dem Zusammenschluß des TV 1893 Ramsbeck und des Skiclub Ramsbeck wurde er 1969 1. Vorsitzender des Fusionsvereins. Dieses Ehrenamt hat er 21 Jahre innegehabt.

Vorausschauend erkannte Walter Miederer bald, daß nur Vereine einer bestimmten Größenordnung erfolgreich die Zukunft meistern konnten. Sein Wunsch, das obere Valmetal zu einen ging teilweise mit dem Zusammenschluß von TV Ramsbeck und SV 08 Heringhausen in Erfüllung mit dem neuen Verein TuS Valmetal. Seinem freundlichen und ausgleichenden Wesen war ein Erfolg dieser „Sportehe” mitzuverdanken. Dabei legte er Wert auf eine solide Vereinsführung, eine gesunde Finanzlage, ein größeres Angebot im Breiten- und Leistungssport und auf die Mehrung der Mitglieder. Mit Schmunzeln erinnert man sich heute noch an die Vorstandssitzung im Ferienlager „Selker Noor am 12./13. 8. 1988, bei der sein ausgeprägter Sinn für Humor sichtbar wurde.

Weitere Ehrenämter warenen: Sachkundiger Bürger im Sportausschuß der Gemeinde Bestwig, 15 Jahre Vorsitzender des Gemeindesportverbandes, dessen Ehrenvorsitzender er heute ist,18 Jahre Vorstandsmitglied im Kreissportbund des HSK. !990 ernannten die Sportler des TuS Valmetal ihren Walter Miederer zum Ehrenvorsitzenden. Für die Verdienste um den Sport wurden ihm bereits 1983 der Gau-Ehrenbrief des Sauerländer Turngaus und 1988 die Verdienstnadel des Fußball- und Leichtathletikverbandes verliehen.

Bundespräsident Richard von Weizsäcker verlieh am 6. 12. 1990 Bergwerksdirektor Walter Miederer für seine vielfältigen Aktivitäten das Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland und würdigte damit seinen großen ehrenamtlichen Einsatz. Bürgermeister Hans-Georg Meyer erklärte damals: „Unsere Gemeinde Bestwig ist stolz, solch einen Bürger in unserer Mitte zu haben.”

Der Vorstand und alle Vereinsmitglieder des TuS 1893 Valmetal sind Walter Miederer zu Dank verpflichtet. Sie gratulieren herzlich mit den allerbesten Wünschen.

Wir von „RUR” schließen uns an und wünschen dem rüstigen Jubilar mit einem herzlichen „Glück auf”, daß ihm der Herbst seines Lebens noch viele lebenswerte Jahre beschert, an der Seite seiner Frau Irmgard, mit er bereits über 45 Jahre gemeinsam durchs Leben geht.

Im Bild: Walter Miederer und ein Fernsehteam des WDR anläßlich des Aufstellens der Lok vor dem Bergbaumuseum.

Hl. Messe zum Barbaratag

Zum 3. Mal trafen sich Gläubige an der Kippstation im Besucherbergwerk, um mit Pastor Günther Eickelmann eine hl. Messe zu Ehren der heiligen Barbara, der Schutzpatronin der Bergleute zu feiern. Etwa 250 Besucher waren mit drei Zügen ins Bergwerk eingefahren, darunter viele Menschen von auswärts. Mitgestaltet wurde die hl. Messe wie in den vergangenen Jahren von Musikern der Bergmannskapelle Meggen.

In seiner Predigt erinnerte Pastor Eickelmann an den Lärm, der früher untertage bei der Arbeit herrschte. Deshalb habe man aufeinander achtgegeben und sei aufeinander zugegangen. In keiner Fabrik wäre so ein Zusammenhalt gewesen wie bei den Kumpeln. Heute herrsche dieser Lärm übertage im Rummel des Advents, in dessen Getöse von Gott kaum noch die Rede sei. Deshalb brauchten wir gerade die Grube als Ort der Ruhe und der Besinnung,um zur Weihnacht wieder aufeinander zuzugehen. Die Bergleute mit ihrem gefährlichen Beruf hätten bewußt die Nähe Gottes aus Gottvertrauen und Dankbarkeit gesucht. Auch die hl. Barbara habe trotz härtester Bedrängnis im Vertrauen auf die Liebe Gottes gelebt, deshalb werde sie auch von den Bergleuten zu ihrer Schutzpatronin erwählt.

Als Zeichen der Solidarität schloß die im Bergwerk versammelte Gemeinde auch die 67 toten Bergleute, die jüngst in Sibirien verunglückten, in ihr Gebet ein. Die Kollekte im Helm soll nach den Worten von Pastor Eickelmann den Borromäerinnen in Grafschaft zugute kommen, die auch kranke Bergleute pflegen. Im Schlußwort gelobte er, diese gute Tradition der hl. Messe untertage zum Barbaratag auch in den kommenden Jahren fortsetzen zu wollen.

Wahlen zum Kirchenvorstand

Am 6. und 7. Dezember fanden in den kath. Kirchengemeinden Kirchenvorstandswahlen statt. Zur Wahl, die nach Staatskirchenrecht abgehalten wurden, konnten alle Gemeindeangehörigen ab 18 Jahren teilnehmen, die ein Jahr ihren Wohnsitz in der Pfarrgemeinde hatten. Gewählt wurde nur die Hälfte der Kirchenvorstandsmitglieder, damit nicht alle Mitglieder auf einmal ausscheiden könnten. Der Kirchenvorstand verwaltet das Vermögen und den Haushalt der Gemeinde. Die Anzahl der Mitglieder richtet sich nach der Seelenzahl der jeweiligen Gemeinde.

In Ramsbeck gingen 169 Gläubige zur Wahl. Gewählt wurden Reinhold Meyer, August Hermes, Thomas Heimes und Hans-Reiner Wiemann. Weitere Mitglieder sind Heinz-Josef Siepe, Josef Schmitt, Gerhard Albers und Franz Henneke.

In Heringhausen wählten 102 Wähler Stefan Gerbracht, Theo Dicke und Siegfried Becker in den Kirchenvorstand. Bereits im Kirchenvorstand sind Joachim Bültmann, Ria Becker-Gödde und Reinhold Mertens.

In Andreasberg fanden 68 Wähler den Weg zum Wahllokal. Gewählt wurden Reinhold Beule, Bernhard Schaub und Willi Tillmann. Ihnen zur Seite steht Marianne Olgemann als Ersatzfrau sowie Irmgard Holzhöfer, Renate Becker und Martin Becker aus Wasserfall, die diesmal nicht zur Wahl anstanden.

Polizei vor Ort

Polizei im HSK; statt des Bezirks- und Ermittlungsdienstes blieb nur noch der Bezirksdienst vor Ort. Für etwa 10 000 Bewohner ist ein Polizeibeamter vorgesehen, der die Kontakte zwischen der Bevölkerung und der Polizei pflegen sollte. Für die Gemeinde Bestwig ist Lothar Niggemann Kontaktpolizist.

In seinem Büro im Bestwiger Rathaus sollte er sich nur selten aufhalten und 80 % seiner Dienstzeit im Außenbereich verbringen. Dadurch, daß die Polizei „Flagge” zeigt und wahrgenommen wird, möchte man Bürgernähe erreichen und das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung steigern.

Was sind die Aufgaben von Lothar Niggemann? Ihm obliegt die Sicherung der Schulwege und der Wege zu den Kindergärten. Wir alle wissen aus Erfahrung, daß automatisch diszipliniert gefahren wird, wenn ein Streifenwagen gesichtet wird. Dann soll er sich an Orten zeigen, die als Unfallschwerpunkte und Orte krimineller Handlungen gelten. Weiter überprüft er Baustellen, hilft Veranstaltungen durchzuführen, etwa Sportveranstaltungen, Schützenfeste, Prozessionen, Märkte und andere Versammlungen.

Dazu muß er Aufenthalte von Personen ermitteln, Fahrer feststellen, die auswärts geblitzt wurden, Vorführungsbefehle vollstrecken, Fahrzeugen, die nicht mehr zugelassen sind, die Stempel abkratzen und gelegentlich Anzeigen annehmen, wenn die Leute zu ihm kommen. Meistens sind es Sachbeschädigungen beim PKW oder kleine Diebstähle. Für die Bevölkerung gibt es feste Sprechzeiten,in denen das Büro immer besetzt ist: Montags von 9.00 - 10.00 Uhr und donnerstags von 13.30 .- 14.30 Uhr. Dazu gibt es Termine nach Vereinbarung. (Tel. 02904/70017)

Lothar Niggemann, der stets gut gelaunte Bezirkspolizist für Bestwig, ist 58 Jahre als, verheirat mit zwei Kindern. Der gebürtige Ostwiger, der heute im Westfeld in Bestwig ein Häuschen besitzt, ist seit 1963 bei der Polizei. Nach der Grundausbildung in Linnich und Zeiten bei der Bereitschaftspolizei in Bork war Hohenlimburg von 1965 bis 1982 seine Dienststelle. Seit dem 1. 8. 1982 machte er in Meschede Dienst, bis er seit fünf Jahren die Stelle in Bestwig betreut. Wer ihn kennt, weiß die Rolle des Polizisten als Freund und Helfer der Mitbürger zu schätzen.

Neue Meßdiener

Am 6. Dezember konnte Pastor Eickelmann in Heringhausen sechs junge Meßdiener in die Meßdienerschar aufnehmen. Das waren bis auf einen (der sich der Musik verschrieben hat und es zeitlich nicht koordinieren kann) alle diesjährigen Kommunionkinder. Damit erhöht sich die Schar der Meßdienerinnen und Meßdiener auf 26.

In Ramsbeck wurden gar 17 Jungmeßdiener aufgenommen - ohne Ausnahme alle Kommunionkinder. Alle erhielten von Pastor Eickelmann brennende Kerzen und ein Amulett. Die Zahl der Meßdiener in Ramsbeck erhöht sich damit auf die stattliche Zahl von 66! Gleichzeitig überreichte der Pastor sechs Jungen und Mädchen Kreuze für dreijährigen Dienst am Altar: Anke Baum, Michael Nölke, Kerstin Wiemann, Kerstin Hanke, Maike Hermes und Jessica Lüttecke.

In einer kurzen Predigt verwies Eickelmann auf das Licht, das teils grell die Adventstage erhelle. Wir müßten dadurch angeregt werden, das Licht angehen zu lassen, das unsere Dunkelheit aus Angst und Schuld hell machen könne, Jesus möchte mit seinem Licht anstecken. „Euer Dienst für die Gemeinde soll anstecken mit dem Licht, das Gott in uns allen entfachen will”, gab er den neuen Meßdienerinnen und Meßdienern mit auf den Weg.

Der Nikolaus bei den Senioren

Am 5. 12. hatte sich der Nikolaus bei der Ramsbecker Seniorengemeinschaft angesagt. Über 50 Seniorinnen und Senioren konnte Geschäftsführer Willi Studen im Ramsbecker Pfarrheim begrüßen. Nachdem man zuerst einmal gemeinsam Kaffee getrunken und den von den Helferinnen der Caritas gebackenen Kuchen verzehrt hatte, konnte der heilige Mann kommen.

Dieser war sehr freundlich zu den Senioren und lobte ihren Gemeinschaftssinn. Zu tadeln hatte er allerdings, daß jeder fest an seinem angestammten Platz klebe und sich nicht einmal zu anderen setze. Für jeden hatte er eine Tüte mitgebracht, die mit leckeren Sachen gefüllt war.

In letzter Zeit ist der Besuch der alle 14 Tage stattfindenden Seniorennachmittage manchmal etwas mau. Eine kräftige „Blutauffrischung” durch neue Gesichter wäre sehr wünschenswert. Und es ist doch oft etwas los bei den Senioren: Vorträge, Dia-Schaus und vor allem drei Fahrten im Jahr sorgen für Abwechslung. An den drei Mark Unkostenbeitrag für Kaffee und Kuchen dürfte es doch nicht liegen, daß manche den Weg zur Seniorengemeinschaft noch nicht gefunden haben.

Also ein guter Rat für 1998: Kommen Sie einfach einmal! Sie werden freundlich empfangen, zuvorkommend betreut und treffen nette Leute. Geben Sie sich einfach einen Ruck! Sie werden sogar abgeholt und wieder nach Hause gebracht.

Bergbauliche Weihnachtsbeleuchtung

1998 - rechtzeitig zum 2. Weihnachtsmarkt - soll sie fertig sein. Das Geleucht des Bergmanns, der Frosch inmitten eines angedeuteten Tunnels, soll während der Advents- und Weihnachtszeit die Ramsbecker Straßen schmücken und beleuchten.

Die Bauschlosserei Schmücker hat auf Anregung des Verkehrsamtsleiters Norbert Arens und der Ortsvorsteherin Liesel Reding das Kunstwerk entworfen. Sein fachliches Können und die Tunnelidee hat Franz-Josef Schmücker eingebracht. Für die Beleuchtung zeigte Norbert Nagelfeld von der Firma Elektro-Gördes verantwortlich.

Drei Muster in verschiedenen Beleuchtungsformen sind an den Straßenlaternen in der Ortsmitte ab dem 13. 12. 1997 zu sehen. Kritik und Verbesserungsvorschläge werden gern entgegengenommen. Ca. 15 Motive werden aus Ortsverschönerungsmitteln gezahlt. Das ist aber für den gesamten Ort noch zu wenig.

Es wäre deshalb schön und wünschenswert, wenn die Ramsbecker Geschäftswelt, evtl. Vereine und auch Privatpersonen, die Erweiterung der Weihnachtsbeleuchtung unterstützen würden. Zur gegebenen Zeit informieren wir über Preise und Einzelheiten.

Der PGR von St. Margaretha informiert

Der Pfarrgemeinderat der katholischen Kirchengemeinde hat in seiner Sitzung am Dienstag, dem 16. 12. 1997, beschlossen, seine Mitarbeit am „Runden Tisch” vorerst auszusetzen. Das Jahresprogramm 1998 werde von der St. Margaretha-Gemeinde in dieser Form nicht mitgetragen.

Der Wunsch nach einer Grundsatzdiskussion - wie von der katholischen Kirchengemeinde mehrmals angeregt - könne am „Runden Tisch” nicht einfach übergangen werden. Auch müsse das Fernbleiben wichtiger Träger von Jugendarbeit, wie z. B. des TuS Valmetal oder der Jungschützen, erörtert werden, da ohne diese Vereine das Selbstverständnis des „Runden Tisches” völlig fragwürdig geworden sei.

Es müsse sichergestellt werden, daß alle Mitglieder ihr eigenes Profil in der Jugendarbeit bewahren könnten und auch konfessionelle Grenzen respektiert würden. Die Arbeit des Gremiums dürfe keinesfalls eine Konkurrenz zur Arbeit der einzelnen Mitglieder darstellen. Der Pfarrgemeinderat forderte, die Ziele und Aufgaben des „Runden Tisches” völlig neu zu diskutieren. Dazu signalisierte er seine Gesprächsbereitschaft.

Dank für gute Zusammenarbeit

„Rund um Ramsbeck” möchte sich an dieser Stelle einmal sehr herzlich bei Horst Meyer und seinem Team für die gute Zusammenarbeit in nunmehr 20 Jahren bedanken. Einige Jahre war Horst Mitherausgeber unseres Blättchens. Seit vielen Jahren nimmt er Anzeigen und Berichte unserer Leser entgegen; dazu benutzt er selbst „RuR” als Werbeplattform. Auf viele weitere Jahre guter Zusammenarbeit, lieber Horst!

Es war einmal...

Am 11. Mai 1963 war´s nun soweit, alle Andreasberger standen zur Einweihung ihrer neuen Dorfkirche bereit.
Sie wurde von Euch Trinitatis-Kirche benannt, als modernes Bauwerk weit über die Dorfgrenzen bekannt.
Viel Arbeit war´s und der Mühen gab´s viel,
bis Ihr endlich erreichtet Euer gestecktes Ziel.
Man gründete einen Förderverein, mit 230 DM Anfangskapital,
Eigeninitiative war damals gefragt, erinnert Euch mal!
Weit über 150 Spender, so sagt man, sollns gewesen sein,
rechnet man Gemeinde, Kreis und Bergwerk gar nicht mit ein.
Wir können uns noch erinnern, wie stolz man damals war,
als das Kirchlein dann endgültig fertig war.
Ihr habt in all den Jahren nach allem geschaut,
und später dann dazu noch das Jugenddorf gebaut.
Am 29. Dezember vor genau 25 Jahr`
schritten wir in Eurem Kirchlein vor den Traualtar.
Am Oberrhein fanden wir dann unser Glück, doch gerne zieht´s uns manchmal in unsere Heimat zurück.
Und immer hat´s uns dann sehr erfreut,
`s helle Trinitatiskirchen-Glockengeläut.
Es soll zum Jahreswechsel, so sagt man´s ihr Leut´
beenden sein Jahrzehnte schon klingendes Geläut.
Habt Ihr auch alles versucht, sie zu erhalten? Sie wird sicher fehlen, unseren Heimatort weiter zu gestalten.
Wie soll´s denn weitergehen, denken besonders die älteren bestimmt, wenn man uns jetzt unser Gotteshaus nimmt?
Drum packt´s noch mal an und tut allen kund,
vielleicht ist´s noch zu retten, in letzter Stund´.
Wir hoffen und beten, daß Ihr es noch schafft,
laßt darum nicht erlahmen Eure vielleicht letzte Kraft!
Dazu viel Glück und Gottes Segen; so möge es sein, dies wünschen Euch Marlies und Kurt aus Stutensee am Oberrhein.

(Anm. d. Red.: Das Gedicht von Kurt Wiese haben wir leicht gekürzt.)